Arsenal und Wenger „müssen Özil geben, was er will“

Mesut Özil traf in der Champions League dreimal für den FC Arsenal. Der Zeitpunkt ist günstig. Seine Vertragsverlängerung steht unmittelbar bevor. Der 28-Jährige hält alle Trümpfe in der Hand.

Weit nach Mitternacht fährt Mesut Özil mit seinem grauen, getunten Mercedes-Flitzer vor seiner Villa im Londoner Stadtteil Hampstead vor. Er steigt aus, einen Ball in der Hand. Der Deutsche wirft ihn kurz hoch, küsst ihn, grinst. Dann entschwindet er mit ihm ins Haus, mit dem Ball aus der Gruppenpartie der Champions League gegen Ludogorez Rasgrad.

Mit dem Spielgerät hatte Özil beim 6:0 (2:0) des FC Arsenal gegen den bulgarischen Meister einen Hattrick fertiggebracht. Seinen ersten im Profibereich.

Özil hatte zunächst das 2:0 von Theo Walcott (42. Minute) vorbereitet, im zweiten Durchgang traf er selbst dreimal (56., 83., 87.). Alexis Sanchez hatte die Londoner früh in Führung gebracht (12.), zudem traf Alex Oxlade-Chamberlain (47.). Bei Twitter brachte es Özil recht treffend auf den Punkt: „Boom, Bam, Arsenal.“

Sein Trainer geriet ins Schwärmen. „Wir wollen, dass er ein Vorlagengeber und ein Torschütze wird. Er macht den Eindruck, als sei er auf den Geschmack zum Tore schießen gekommen“, sagte Arsene Wenger. Lange galt Özil in England vor allem als hervorragender Vorlagengeber, aber eben nur als Vorlagengeber. Das hat sich geändert, die Entwicklung zum Torjäger ist schon seit Längerem zu beobachten und keineswegs ein Zufall.

Von den Toren mal abgesehen war es noch nicht einmal eine sonderlich brillante Partie des 28 Jahre alten Offensivspielers. Arsenal konnte sich den heillos überforderten Gegner zurechtlegen, wie es wollte. In solchen ungleichen Duellen muss ein Ausnahmekönner wie Özil Akzente setzen können.

Seine effektive Vorstellung aber beweist einmal mehr, wie sehr Arsenals Wohl und Wehe von einem wie ihm abhängt. An guten Tagen, von denen Özil in England so einige hat, ist er aus dem Team nicht wegzudenken. Er ist das entscheidende Bindeglied zur vordersten Sturmreihe um Sanchez. Kein Wunder also, dass Trainer Wenger alles daransetzt, mit beiden vorzeitig die Verträge zu verlängern. Die Zeitung „Sun“ befand in einem Kommentar („Things we learned from the game“), dass Wenger den beiden „geben muss, was die wollen, um sie im Norden von London zu halten“.

Wie es aussieht, scheint das zu gelingen. Die Zeitung „Times“ berichtet an diesem Donnerstag, dass Sanchez wie Özil ihre im Sommer 2018 endenden Kontraktealsbald um jeweils zwei Jahre verlängern werden. Insbesondere im Fall von Weltmeister Özil war Wenger gewillt, „in die Bank einzubrechen“, wie er sagte. Kolportiert wird in den englischen Medien, dass Özils Gehalt von rund 156.000 Euro auf 280.000 Euro angehoben wird – pro Woche.

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